Kohlhaas und der Sinn des Lebens, Einführung

Literatur im Fenster gibt es nun auch auf youtube!

Unser erster Clip: Eine kurze Einführung zu Kohlhaasens Suche nach dem Sinn.
Es ist der Versuch, über ein paar wenige Fragen und kurze Antworten zusammenzufassen, wohin in den nächsten Clips die Gedankenreise gehen soll.

 

 

Eine Auflistung der Themenbereiche findet sich hier: Inhaltsverzeichnis Kohlhaas und der Sinn des Lebens

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Frankfurter Buchmesse 2017: Interview mit Robert Menasse – Schreiben gegen den Nationalismus in Europa

Ein Highlight der Frankfurter Buchmesse 2017 war das Interview mit Robert Menasse, einem Autor, dessen Antworten immer sehr wohlüberlegt sind, auch wenn er spontan Scherze macht über eine schwierige Frage. Mit seinem Roman „Die Hauptstadt“ entwirft Menasse einen Entwurf für Europa gegen den erstarkenden Nationalismus. Seine Anleihen bei Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ zeigen die Wiederholungen in der Geschichte, die als solche entlarvt werden könnten, denn Politik ist schließlich immer etwas Menschengemachtes und Menschenerfahrenes, das in unserem kollektiven Gedächtnis eingeschrieben sein sollte. Weiterlesen „Frankfurter Buchmesse 2017: Interview mit Robert Menasse – Schreiben gegen den Nationalismus in Europa“

Birgit Müller-Wieland: Flugschnee, Longlist Buchpreis 2017

„Du bist verschwunden, Simon.“ (S.7) Das ist der Aufhänger, an dem entlang eine Geschichte über vier Generationen aufgedröselt wird und der den Spannungsbogen über 340 Seiten halten soll. Lucy, Simons Schwester kommt die Rolle zu, im Archiv des Unausgesprochenen zu graben. Der Verweis auf ein altes, familiäres Trauma weckt die Erwartung einer großen Aufklärung am Ende der Geschichte, die aber so nicht erfüllt wird. Ob es Absicht ist, den Leser am Ende mit seiner Erwartung im „Flugschnee“ stehen zu lassen – bei den Rezensenten hat dies jedenfalls für einige Irritation gesorgt.

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Dagmar Eger-Offel: Kohlhaas und der Sinn des Lebens

Es ist da, mein neuestes Werk aus der Schreibstube! Alle paar Jahre entsteht der Wunsch, aus den Skripten zu meinen Philosophiekursen auch mal was Gedrucktes in der Hand zu halten. Diesmal musste es jetzt gleich die ganz große Frage sein, nach Douglas Admas die „Ultimative Frage des Lebens, des Universums und dem ganzen Rest.“ Vielleicht ist es eine Art Selbstvergewisserung, was die Philosophie betrifft. Für mich steckte hinter der Fragestellung nach Sinn und Absurdität auch die Frage: Welchen Sinn hat es, zu philosophieren?

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Christoph Höhtker: Das Jahr der Frauen

Die Reise führt durch mehrere Etagen einer in Genf sitzenden internationalen gemeinnützigen Organisation, durch verschiedene Länder und viele Betten. Ein lebensmüder PR- Misanthrop arbeitet an der Biographie des Gründers dieser Vereinigung und lässt vermuten, dass es in der ganzen Auslegung der Geschichte um einen einzigen PR-Fake geht. Und auf diese Art ist es auch erträglich, die ganzen Frauengeschichten als einen großen Selbstbetrug mit misogynen Abstandshaltern einzuordnen, ohne die der Lebensmüde lieber heute als Morgen aus dem Leben scheiden würde.

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Mirko Bonné: Lichter als der Tag

Wieder steht er auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Mirko Bonné, ein Schriftsteller, der sein Handwerk sehr gut beherrscht, der es versteht, eine Atmosphäre zu kreieren, die einen Sog entwickelt in das Innenleben des Hauptprotagonisten hinein, in seine Verzweiflungen und Widersprüchlichkeiten. Es sind immer tragische Figuren, die vom Leben in eine Tiefe gerissen wurden, aus der heraus sie einen anderen Blick für die Nuancen von Dunkelheit und Helligkeit entwickeln. Und das ist der einmalige Lesegenuss an den Romanen Bonnés, dieses besondere Gefühl eines vom Leben Mitgenommenen, der nicht nur die Schattenseiten, sondern auch die leuchtenden Momente besonders intensiv beschreiben kann, immer begleitet von einem ganz speziellen Glück der Melancholie.

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Julia Wolf: Walter Nowak bleibt liegen

Ex-Alphamännchen im Rentenalter knallt mit voller Kraft voraus gegen eine Schwimmbeckenwand im Konkurrenzschwimmkampf mit einer jungen Frau. Zu Hause in seinem Badezimmer bleibt er auf den Fliesen einfach liegen und versucht, sein Selbstbild, seine Lebensgeschichte, seine Beziehungskisten zu retten. Natürlich muss sich Julia Wolf hier einer Menge von Stereotypen bedienen, um dieses völlig überlebte Männerleben zu skizzieren und ja es ist enervierend, wenn die Typologie so wenig kreativ ist. Trotzdem.

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Peter Härtling / André Gorz / Matthias Oden

Hab’ da noch von meinem SuB ein paar Bücher dieses Sommers, die keine Rezension bekommen, aber nicht unerwähnt bleiben sollen.

Peter Härtling: Niembsch oder Der Stillstand.
Nach dem Tod von Peter Härtling, den ich vornehmlich als Kinderbuchautor kannte, habe ich mir ein kleines, schmuckes Buch bestellt mit dem Titel Niembsch oder Der Stillstand.
Eine Suite. Die Biographie eines Dichters des 19. Jahrhunderts hat ihn zu dieser bezaubernden Liebesgeschichte angeregt. Niembsch schreibt an einem Werk über Don Juan und erzählt auf ambitioniert poetische Art von seinen eigenen Liebesgeschichten. Es sind aber, im Unterschied zu Don Juan, einige wenige Frauen, die alle, auf unterschiedliche Art, tief in sein Leben eingreifen. Und am Ende begleitet er eine langjährige Geliebte beim Sterben. Dieses Erlebnis ist so einzigartig schön beschrieben, dass mir die Worte fehlen. Den Lyriker merkt man am Schreibstil überall und manchmal fiel es mir etwas schwer, die Geschichte sortiert zu bekommen.

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Tim Marshall: Die Macht der Geographie

Da hat es doch tatsächlich ein Buch über Politik auf die Bestsellerliste geschafft! Interessieren sich Leute angesichts des grotesken politischen Gebarens auf der politischen Bühne wieder mehr für Politik? Wohl kaum. Das Buch verspricht Antworten, einfache Antworten. „Die Macht der Geographie“. Da hat man etwas, womit sich durch äußere, gegebene Einflüsse Weltpolitik erklären lässt. Und an der Geographie kann man schließlich auch nichts ändern. So viel gleich mal zu meinem Unbehagen, als ich das Buch in die Hand nahm.

Aber, ein großes Aber, Tim Marshall bleibt ja nicht in der Geographie stecken. Wer in komprimierter Form einmal etwas lesen möchte, das mit viel Wissen und Erfahrung einen Überblick bietet über politisch historische Zusammenhänge, der ist mit diesem Buch gut beraten. Immer im Bewusstsein, dass jedes Kapitel nur einen Ausschnitt bieten kann, der vielleicht zu zusätzlicher Lektüre anregt.

Weiterlesen „Tim Marshall: Die Macht der Geographie“

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