Sharon Dodua Otoo: die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle …

Es war ein bezauberndes Erlebnis, die Bachmannpreisträgerin 2016 im uralten, halboffenen Dachstuhl der Appretur in Isny live zu hören und im Gespräch nach der Lesung eine Menge Persönliches von ihr zu erfahren, das auch auf abstrakter Ebene reichlich Stoff zur Reflektion bietet.
Zu ihrer Erzählung erklärte Otoo, dass es ihr darauf ankam, die Figur einer schwarzen Frau zu gestalten, mit der man sich identifizieren könne, weil das, was geschildert wird, jedem Menschen bekannt ist. Ohne das Schild „Migrationshintergrund“ vor die Figur zu stellen, gewinnt eine Protagonistin Gestalt, die der Leser zuerst einmal als Europäerin wahrnimmt. Die besonderen Emotionen, die durch Reaktionen auf die Hautfarbe entstehen, das sind nach Otoo die Momente, auf die es ihr ankam.

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