George Orwell: 1984

Ein Klassiker erlebt eine Renaissance. Anfang des Jahres wurde diese Dystopie mit „Doppeldenk“ und „Neusprech“ vor allem in den USA wieder verstärkt rezipiert, was mit den Strategien Donald Trumps in Verbindung gebracht wurde. „Alternative Fakten“ kommen dem „Doppeldenk“ nach Orwell ziemlich nahe. Aber die eigentlichen Fragen, die hier bereits 1949 thematisiert wurden, gehen viel tiefer. […]

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Niah Finnik: Fuchstteufelsstill

Schon beim Aufschreiben von Name und Titel kennzeichnet das Programm jedes Wort rot, was so viel heißt wie: „Fehler“ oder „nicht im gespeicherten Wortschatz vorhanden“. Und so liest sich das ganze Buch: die außergewöhnliche Perspektive einer Autistin, die nach einem Suizidversuch in einer Klinik Freundschaften schließt und die ständige Kollision ihrer Wahrnehmung mit der „gewöhnlichen“ […]

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Sharon Dodua Otoo: die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle …

Es war ein bezauberndes Erlebnis, die Bachmannpreisträgerin 2016 im uralten, halboffenen Dachstuhl der Appretur in Isny live zu hören und im Gespräch nach der Lesung eine Menge Persönliches von ihr zu erfahren, das auch auf abstrakter Ebene reichlich Stoff zur Reflektion bietet. Zu ihrer Erzählung erklärte Otoo, dass es ihr darauf ankam, die Figur einer […]

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Christa Wolf: Kein Ort. Nirgends

Eine der Geschichten von Christa Wolf, die unvergessen und zeitlos bleiben, weil sie, sowohl historisch als auch politisch, auf mehreren Ebenen spielen. Karoline von Günderode und Heinrich von Kleist sind sich in Wirklichkeit nie begegnet. Christa Wolf inszeniert einen Nachmittagstee einer illustren, avantgardistischen Gesellschaft um 1804, bei der sich die beiden Schriftsteller taxieren, gegenseitig vermessen, […]

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Margaret Atwood: Der Report der Magd

Wieder mal hat mich ein Klassiker gepackt, dieser hier aus der feministischen Literaturecke der Achtziger, verfilmt von Schlöndorff unter dem Titel „Die Geschichte der Dienerin“, aktuell noch mal neu als Serie aufgerollt unter dem Originaltitel „The Handmaid’s Tale“ (Artikel in der ZEIT vom 11.5.2017). Die Geschichte erzählt von einer amerikanischen Stadt oder einem Teilstaat in […]

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Ulrike Guérot: Warum Europa eine Republik werden muss! 2.Teil

Teil 2: Die Utopie Seit vergangenem Sonntag hören wir auf allen politischen Plattformen „Macron fordert ein Umdenken für Europa“. Genau dazu haben PolitikwissenschaftlerInnen wie Ulrike Guérot im Vorfeld eine Menge gearbeitet und bereits Utopien geliefert: „Wir könnten uns das Gros der Brüsseler Bürokratie sparen, wenn wir uns auf eine schlanke europäisierte Verwaltung einließen, deren Rechts- […]

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Ulrike Guérot: Warum Europa eine Republik werden muss!

Eine politische Utopie Teil 1: Analyse Ulrike Guérot, Politikwissenschaftlerin, Gründerin und Direktorin des European Democracy Labs und Professorin und Leiterin des Departments für Europapolitik und Demokratieforschung in Krems/Österreich leitet ihre Utopie mit einem Rückblick auf 3000 Jahre Geschichte des Europäischen Kontinents ein. Dabei entwickelt sie eine Idee eines Europas als großer Republik mit politischer Gleichheit […]

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Jonas Lüscher: Kraft

Why whatever is, is right and why we still can improve it? Jonas Lüscher erzählt die Geschichte eines Professors für Rhetorik, dessen gefühlte Omnipotenz zu bröckeln beginnt, als er sich der Herausforderung einer Preisfrage zur Rechtfertigung der besten aller Welten stellt. Die Theodizee wird in Lüschers Roman gekreuzt von einer Oikozidee – die freie Hand […]

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Prosaminiatur: Lyskamm

Wir wollen auf 4350 Meter hinauf. Es fällt mir nicht schwer, ich bin fit, gehe ein gemäßigtes Tempo. Und heute weiß ich: es ist nicht das Gipfelerlebnis. Es ist das Gehen, das die Faszination ausmacht. Und hier oben, in dieser merklich dünner werdenden Luft, habe ich das Gefühl, nein, das Wissen, dass alles ganz einfach […]

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William H. Gass: Mittellage

Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl Als Bildungsroman wird diese 600 Seiten starke Geschichte angekündigt vom Altmeister der amerikanischen Postmoderne, so im Klappentext. Klingt interessant. Noch viel interessanter ist, dass Gass diese Ankündigungen verfremdet und einen Anti-Bildungsroman schreibt, wie er seinesgleichen sucht. Die Entwicklungsgeschichte setzt ein mit einem Vater, der sich als Jude ausgibt um […]

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