Romantik

Novalis‘ „Heinrich von Ofterdingen“

Bildungsideal der Romantik

Der Begriff „Romantik“ ist umflort von Assoziationen wie: Naturempfindsamkeit, Überhöhung der Liebe, Jenseitigkeit, erdichtete Welt, Opposition zum Gewöhnlichen, usw. Dem Wort haftet ein Zauber an, der schwer fassbar ist. Bezogen auf das Thema des Bildungsideals ist wesentlicher Kernpunkt der Romantik, dass eine Gruppe junger Menschen ein rvolutionäres Bildungsideal definierte, das, im Gegensatz zur Klassik, die sich auf das antike Griechenland bezog, eher eine Hinwendung zum Mittelalter pflegte in bezug auf Naturverherrlichung, Glaube und Mystik, Suche nach Erfüllung im Jenseitigen, im Phantastischen. Für die Dichter der Romantik waren wichtige Ausdrucksmittel: Überlieferungen des einfachen Volks, traditionelle Geschichten, der Gesang (in jedem Buch tauchen niedergeschriebene Gesänge auf), der Traum und die Illusion. Aus diesem Konglomerat gestalteten sie eine Welt, von der sie hofften, dass sie die nüchterne, vernunft- und wissenschatsorientierte Realität noch einmal umgestalten könne. Die Romantiker gingen sogar so weit zu postulieren, dass die phantasierte Welt in Wahrheit die reellere Welt sei. Sie machten es sich zur Aufgabe, über ihre literarischen Fiktionen Welt gestalten zu wollen. Manch einer verlor sich zwischen dem Diesseits und Jenseits. Trotzdem haftet der Romantik auch heute noch etwas an, was mit großer Verführungskraft den Rahmen des normalbürgerlichen sprengt und das Leben um eine, wenn auch fragile und „unvernünftige“ Dimension erweitert.
Der „Heinrich von Ofterdingen“ von Novalis (Hardenberg) hat seinen Namen von einem mittelalterlichen Sänger. Novalis beschreibt hier die Poesie des Lebens, eine Entwicklungsgeschichte, die in Traum- und Märchensequenzen eine Betrachtung über das Leben bereithält, in der das Leben zur Kunst wird, über den Rückbezug auf die Natur eine zielgerichtete Entwicklung gefordert wird Die Scheinwelt erzeugt das vollendete Leben. Die blaue Blume, Symbol der Romantik, erweckt Sehnsucht, führt hin zu Poesie und Leben und steht schließlich für das vollendete Leben.

Eine Sehnsucht nach höchsten Zielen und ein nie stillbares Velangen nach Liebe und Schönheit entspricht der Typologie des romantischen jungen Menschen.

http://gutenberg.spiegel.de/buch/5235/1

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